Die Macht der rechtsextremen Verschwörungstheorien

 

Wie rechtsextremistische Verschwörungsgedanken Ideologien infiltrieren am Beispiel des fundamentalistischen Christentums

* von Roland M. Horn

Verschwörungstheorien sind „in“. Schon nach dem Mord an J. F. Kennedy fragt man sich, ob es sich hier nicht um eine groß angelegte Verschwörung gehandelt haben könnte, mit dem Ziel den Präsidenten aus dem Weg zu räumen. Zahlreiche Bücher wurden geschrieben,. Barry Chamish (Chamish, Barry: Wer ermordete Yitzhak Rabin? Rottenburg 2000) glaubt, dass der am 4. November 1995 ermordete damalige israelische Ministerpräsident nicht von einem Einzeltäter ermordet wurde, sondern einer groß angelegten politischen Verschwörung zum Opfer fiel. Chamish glaubt auch, dass eine weltweite Verschwörung darauf aus sei, Israel in die Grenzen von 1948 zurückzudrängen. (Chamish, Barry: Traitors And Carpetbaggers In The Promised Land. Oklahoma City 1997).

Die Meinung des Israelis Chamish stellt eine drastische Ausnahme in der allgemeinen Verschwörungsliteratur dar. In der gängigen Literatur dieses Genres finden wir das Gegenteil vor. Israel wird schlechthin als das Böse dargestellt, der Staat Israel wird als „zionistisches Gebilde“ bezeichnet, das eigens zu dem Zweck gegründet wurde, ein ständiger Unruheherd im Nahen Osten zu sein. Nach Meinung vieler Verschwörungstheoriker (s. beispielsweise Griffin, Des: Wer regiert die Welt. Lebenskunde-Verlag, Düsseldorf 1996; das Buch erschien in Deutsch erstmals 1981 im damals Wiesbadener  „Verlag für außergewöhnliche Perspektiven“ [VAP]. Heute sitzt dieser Verlag in Preußisch Oldenburg.). Wie in vielen anderen Verschwörungsbüchern sind bei Griffin „die“ Juden und „die“ Freimaurer“ die treibenden Kräfte der Weltverschwörung. Griffins hasserfülltes und rassistisches Buch unterscheidet sich jedoch von vielen anderen durch die Tatsache, dass der Autor fundamentalistischer Christ ist. Er sieht den Satan als treibende Kraft an, der die Verschwörung des Bösen über Jahrhunderte an der Macht halten kann. Wir werden noch sehen, dass Griffin im Lager des fundamentalistischen Christentums keine Ausnahme mehr ist.

Etwa 25 Jahre dürfte es her sein, dass die Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (GEP e.V.) in Lüdenscheid eine Hausdurchsuchung über sich ergehen lassen musste. Diese stand im Zusammenhang mit rechtsextremen Propagandamaterial, dass damals munter durch die Gegend geschickt wurde. Wie viele andere in der UFO-Szene tätige Leute erhielt ich später per Einschreiben (!) Post aus Kanada. Es war ein rechtsextremes Propaganda-Blatt, das mit einer(!) UFO-Meldung garniert war, um das Interesse der UFO-Szene zu wecken.

Heute muss man sagen, dass die Infiltrationsversuche Rechtsextremer in die UFO-Szene zum Teil recht gut gelungen ist. Die ist nicht zuletzt dem Buch Jan van Helsings alias Jan Udo Holey: Geheimgesellschaften und ihre Macht im Zwanzigsten Jahrhundert, Ewert Verlag in Lathen, zu verdanken, dessen Buch später aus dem Index landete. Dieses antisemitische Buch lehnt sich - ähnlich wie Griffins Buch - stark an die „Protokolle des Weisen von Zion“ an - es handelt sich bei ihm um ein antisemitisches Machwerk. Auch bei van Helsing spielen „die Zionisten“ eine wichtige - und böse - Rolle in der angeblichen Weltverschwörung. Die führende Rolle der Juden wird immer wieder betont. Nach van Helsing gibt es gute und schlechte Nazis. Die Guten - die so genannte Vril-Gesellschaft, hätten sich mit selbst gebauten Flugvehikeln in die Antarktis gerettet und mit Außerirdischen Kontakt aufgenommen, die zusammen mit diesen „Reichsdeutschen“ gegen die bösen Verschwörer arbeiten. Noch absurder ist der Gedanke, dass die Verschwörer (also „die“ Juden und Freimauer in der Hauptsache) die bösen Nazis infiltriert hätten und somit für Auschwitz verantwortlich seien. (s. a. http://www.idgr.de/texte-1/esoterik/helsing/helsing-faq.html#fn1). Die Seite http://www.idgr.de (Informationsdienst gegen Rechtsradikalismus) ist eine wertvolle Seite, die allerdings gerne übers Ziel hinausschießt.(1) So ruft zum Beispiel der Autor Andreas Weibel dazu auf, sich mit allen Personengruppen, die von Hitler verfolgt wurden, zu solidarisieren, was eine eigentlich sehr gute Aufforderung ist, nur werden auch „Frauen, die abtreiben wollen“, dazu gezählt. Dies ist vollkommen absurd. Man kann nicht, nur weil Hitler gegen Abtreibungen war, sich dazu verpflichtet fühlen müssen, abtreibungswilligen Frauen grundsätzlich beizustehen, gerade weil es hier ja auch um das Töten menschlichen Lebens geht!  Wo bleibt der Schutz des ungeborenen Lebens? Dieser Teil der Aufforderung der IDGR, bzw. ihres Autoren Andreas Waibel, den wir auf der o.g. Seite über van Helsing finden, muss stark kritisiert werden. Man scheint in der IDGR auch dazu zu neigen, die gesamte Esoterik „verteufeln“ zu wollen, wobei man zugestehen muss, dass es zweifellos einen „rechten esoterischen Flügel“ gibt - genauso wie einen rechten christlich-fundamentalistischen Flügel, und darum soll es im Nachfolgenden gehen. Ich war damals dabei und habe erlebt, wie die Rechts-Verschwörungstheorie Eingang in das diese Ideologie fand und sie letztlich spaltete.

Wie ich von einem damaligen Glaubensbruder erfuhr, soll die Welt angeblich heimlich von „Bankiers“ regiert werden, mit dem Ziel, eines Tages offiziell an die Weltherrschaft zu gelangen. Aus dieser „Bankiersverschwörung“ würde dann der „Antichrist“ hervorgehen, der in der Philosophie des fundamentalen Christentums in der Endzeit eine zentrale Rolle spielt.

Mit der Zeit  sprachen auch Laienprediger in ihren Verkündigungen von dieser Verschwörung und zitierten häufig aus der christlich-fundamentalistischen Zeitschrift Topic , die sich intensiv mit den Verschwörungs-Gedanken beschäftigte und sie unterstützte.

Immer mehr dieser christlich-fundamentalistisch ausgerichteten Gruppe verfielen dem Verschwörungswahn.

Der Autor, der die Aufmerksamkeit der Bibelfundamentalisten so erregte, war der ganz und gar nicht christlich-fundamentalistische Journalist Gary Allen, der in den siebziger Jahren ein Buch schrieb, das erstmals 1974 unter dem Titel „Die Insider“ in deutscher Sprache veröffentlicht wurde. Im Original erschien das Buch bereits 1971 unter dem Titel „None dare call it conspiracy“. Die mir vorliegende 8. Auflage von 1980 (VAP-Verlag-Wiesbaden) umfasst die Exemplare 80-100.000. Es handelt sich um einen Weltbestseller.

„In der Politik geschieht nichts zufällig.“ ist einer der Leitsätze von Gary Allen. Hierbei spielt er auf ein Zitat von Franklin Delano Rooswelt an, der einst sagte: „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf diese Weise geplant war.“ (Allen, 1980, S. 10) Allen stellt fest, dass jede neue (amerikanische) Regierung, egal ob republikanisch oder demokratisch, im Grunde die Politik der vorangegangenen Regierung fortführe. (S. 10) Er bezeichnet den Sozialismus als „sicheren Weg zur Macht der Superreichen“. (S. 22) Aufgrund seiner Recherchen ist der Journalist davon überzeugt, „dass der Kommunismus, oder das, was als solcher bezeichnet wird, nicht aus Moskau oder Peking kommt, sondern der Arm einer größeren Verschwörung ist, die von London, Paris und New York ausgeht“. (S. 23/24) Nach Allen ist der Kommunismus eine Philosophie, die von den Superreichen ausgenutzt würde, von denen die Verschwörung ausgehe. Allan wörtlich: „Kommunismus ist ein internationales verschwörerisches Streben nach Macht seitens hochgestellter Persönlichkeiten, denen jedes Mittel recht ist, um ihr Ziel zu erreichen: globale Eroberung. (S. 27) Allen behauptet, Karl Marx sei von einer mysteriösen Gruppe namens „Liga der Menschen“ angeheuert worden, um das „kommunistische Manifest“ als demagogischen Köder für die Massen zu schreiben. Das Kommunistische Manifest sei jedoch bereits im Umlauf gewesen, bevor der Name „Karl Marx“ schon so weit etabliert war, als dass er für die Autorenschaft dieses revolutionären Handbuches zu gebrauchen gewesen wäre. Nach Allen war Marx keineswegs Autor des Kommunistischen Manifests, sondern er modifizierte jene revolutionären Pläne, die bereits 70 Jahre zuvor von Adam Weishaupt, dem Gründer der Illuminaten in Bayern, niedergeschrieben worden waren. Die „Liga der Menschen“ selbst sei eine Ausweitung der Illuminaten gewesen, und diese Illuminaten waren im Jahr 1786 durch die bayrischen Behörden verboten worden. (S. 32) Die Idee, der Sozialismus sei ein Vermögens-Verteilungsprogramm, ist laut Gary Allen Bauernfängerei. (S. 40) Man benutze ihn, um die Freiheit der Masse einer machtvollen, kollektiven Regierung zu unterwerfen. „Möchte man ein nationales Monopol, so muss man eine nationale sozialistische Regierung kontrollieren. Und schließlich - will man ein weltweites Monopol erringen, so muss eben eine sozialistische Weltregierung kontrolliert werden,“ schreibt Gary Allen. (S. 45/46) Der Kommunismus ist laut Allan keine Bewegung der unterdrückten Massen, sondern eine Bewegung, die von „macht- und geldgierigen Insidern“ erschaffen worden sei, um die Kontrolle über die ganze Welt zu erlangen. Ein erster Schritt sei es, sozialistische Regierungen in den einzelnen Nationen zu etablieren, und später sollen diese durch eine Groß-Fusion ein allmächtiger sozialistischer Welt-Superstaat werden. Allen schließt eine Schirmherrschaft durch die Vereinten Nationen nicht aus. (S. 46)

Die Verschwörung als solche müsse man sich als eine Hand vorstellen, wobei ein Finger dieser Hand das internationale Bankwesen, ein anderer „Stiftungen“, wieder ein anderer „Antireligiöse Bewegungen“, der nächste Fabianschen, also nationalen, Sozialismus und wieder ein anderer „Kommunismus“ darstellen. (S. 48) „Bestimmte internationale Bankiers“, schreibt Gary Allen, „die Hunderte von Milliarden Dollar an Regierungen in der ganzen Welt als Darlehen gegeben haben, verfügen über einen beträchtlichen Einfluss auf die Regierungsmaßnahmen dieser Regierungen.“ (S. 50) Als elementarsten Vorteil, den der Kreditgeber gegenüber der Regierung hat, sieht Allen den folgenden: „Weicht die Regierungspartei (oder der Monarch) von der Linie ab, kann der Bankier den politischen Gegner finanzieren. Es ist daher unerlässlich und klug für den Kreditgeber, einen solchen politischen Gegner in Reserve zu haben, oder - wenn es keinen gibt - einen solchen zu schaffen.“ (S. 50) Überragend in diesem Spiel sei das Haus Rothschild gewesen. (S. 50) Allan ist sich sicher: „Die Bank von England, die Bank von Frankreich und die Bank von Deutschland sind nicht Eigentum der jeweiligen Regierungen, wie sich die meisten das vorstellen, sondern sie sind privateigene Monopole, die durch die Staatsoberhäupter verliehen werden. (S. 54) Allen behauptet, dass es europäischen Finanziers und ihren amerikanischen Agenten nach der Abschaffung der amerikanischen Zentralbank im Jahr 1836 gelungen sei, einen Teil der Kontrolle über das Währungssystem zu erreichen. (S. 56) Eine Reihe von Bank-Paniken sei künstlich erzeugt worden, um deutlich zu machen, dass ein zentrales Banksystem notwendig ist. (S. 57) Allen berichtet ausführlich darüber, wie diese heimliche Machtübernahme und Zentralisierung vor sich ging und welche Gruppen welche Rolle dabei spielten. So beschuldigt er die FSR (Federal Reserve System), die Geldversorgung und die Zinssätze zu kontrollieren, wobei sie die gesamte Wirtschaft manipuliere. Sie erzeuge Inflation und Deflation, Rezension oder Boom, und sie treibe die Börse nach eigenem Ermessen hoch oder hinunter. Krisen würden systematisch erzeugt. Das Ziel der „Insider“ - also jener, die in die Verschwörung involviert seien, sei der, „dass die Hegemonie der Weltfinanz überall und über jeden regieren solle als ein vollkommener, überregionaler Kontrollmechanismus.“ (S.56 u. 77)

Die Gründung des Federal Reserve System hätte die Verschwörung mit einem Instrument versehen, mit dem die internationalen Bankiers die Staatsschulden bis ins Uferlose ansteigen lassen konnten. Dabei hätten sie übermäßig große Zinsbeträge erwirkt und die Kontrolle über die Schuldner erlangt. (S. 78) Wie Bankpaniken seien auch Kriege durch die Banker inszeniert worden, und so sei der erste Weltkrieg ein glänzendes Geschäft für die internationalen Banker gewesen. (S. 91) Allan verweist darauf, dass die Kommunisten bei der Abdankung des letzten Zaren keine sichtbare politische Kraft gewesen sei, vielmehr wurde zunächst eine provisorische Regierung errichtet, die nach amerikanischem Muster aufgebaut werden sollte. Den Kommunisten sei erst durch mächtige Männer aus Europa und den Vereinigten Staaten zur Macht verholfen worden. Lenin sei mit einer Summe von fünf bis sechs Millionen Dollar durch das krisengeschüttelte Europa geschickt worden - diese Aktion sei durch den deutschen Bankier Max Warburg und das deutsche Oberkommando arrangiert worden. Der Bankier Jacob Schiff soll ungefähr 20.000.000 Dollar für den endgültigen Triumph der russischen Bolschewisten investiert haben. Auf diese Weise sei systematisch ein Feind für den Westen erzeugt worden. (S. 91 ff)

Der Urheber von Geheimgesellschaften war dieser Art war nach Allen der bereits erwähnte Adam Weishaupt, der am 1. Mai 1776 den Orden der Illuminaten mit dem Ziel einer Verschwörung zur Kontrolle der Welt gegründet habe. Weißhaupt soll die Struktur der Jesuiten als Vorbild genommen haben. (S. 109/110) Wie der erste sei auch der zweite Weltkrieg erzeugt worden, um die Umstände zur Errichtung einer Weltregierung deutlich zu verbessern. Adolf Hitlers Aufstieg zur Macht sei durch mehrere europäische und amerikanische Bankhäuser finanziert worden. Die Vereinten Nationen seien wie nach dem ersten Weltkrieg der Völkerbund durch die „Insider“ erzeugt worden. (S.104ff)

Das wahre Ziel des CFR (Council of Foreign Relations), laut Allan „die Gruppe, die die Vereinten Nationen ersann - der erste erfolgreiche Schritt auf dem Weg zu einem Welt-Superstaat“ (S. 117), sei es auch heute noch die Regierung über die ganze Welt - eine von den „Insidern“ kontrollierte Welt. (S. 119) Allen beschuldigt das CFR, die Schuld an 50.000 toten Amerikanern in Vietnam zu tragen, indem es die amerikanische Politik der Verschiffung von Hilfs- und Handelslieferungen für das Arsenal des Vietkong förderte. Am 9. Dezember 1950 schrieb die Chicago Tribune: „Die Mitglieder des CFR haben überdurchschnittlichen Einfluss auf die Gesellschaft. Sie haben das Prestige, das ihnen ihr Reichtum, ihre gesellschaftliche Position und ihre Ausbildung gegeben haben, dazu benutzt, ihr Land in den Bankrott und den militärischen Zusammenbruch zu führen. An ihren Händen klebt das getrocknete Blut des letzten und das frische des gegenwärtigen Krieges (damit war der Korea-Krieg gemeint).“ (S. 126)

Die Insider des Council of Foreign Relations hätten nach Gary Allen kurz nach der Revolution in Russland im Jahr 1917 damit begonnen, das nun kommunistische Russland für die US-Geschäftswelt zu erschließen. Nach den Aussagen Allens wäre der Kommunismus ohne die Hilfe der Insider zusammengebrochen. (S. 135) Als Beispiel für ein typische Transaktion weist Allen darauf hin, dass Standard Oil of New Jersey nach der kommunistischen Revolution 50% der kaukasischen Ölfelder von Nobel gekauft hätte, obwohl diese theoretisch verstaatlicht worden sind. Und im Jahr 1927 baute Standard Oil of New York in Russland eine Raffinerie und half damit dem bolscheschwistischen Regime, die sowjetische Wirtschaft wieder zu sanieren. (S. 136)

Im Oktober 1964 verbrachte David Rockefeller, der Präsident der Chase Manhattan Bank und Vorsitzender des CFR, seinen Urlaub in der Sowjetunion, und einige Tage, nachdem Rockefeller seine Ferien beendet hatte, erhielt Nikita Chruschtshow - der am Schwarzen Meer Urlaub machte - die Mitteilung, dass er gestürzt worden sei. Gary Allen geht davon aus, dass die Position des ersten Mannes in der Sowjetunion nur Dekoration sei, während die wahre Macht anderswo sitze, möglicherweise in New York. (S. 146/147)

Dies sind nur einige der Punkte, die Gary Allen für seine Idee einer Weltverschwörung aufführt, und es geht mir an dieser Stellen auch gar nicht darum, zu hinterfragen, ob seine Argumente im Ansatz möglicherweise der Wahrheit nahe kommen mögen oder nicht. Allerdings darf ich darauf hinweisen, dass Allans Quellen sehr nebulös sind. Seine Hauptquelle ist  das Buch  Tragedy & Hope: A History of the World in Our Time von Caroll Quigley , (New York 1966), in dem es keine Fußnoten gibt, die auf Quigleys Quellen schließen lassen könnten. (s. hierzu. http://www.idgr.de/lexikon/bio/a/allen-gary/allen.html)

Wichtig für unser Thema ist: Die Bibelfundamentalisten hatten nun einen klaren Hinweis darauf, dass das Reich des Antichristen bald errichtet werden würde, ja dass von den „Insidern“ in diese Richtung hingearbeitet würde und so ihr Bibelverständnis (das der Bibelfundamentalisten) bestätigt würde.

Interessanter Weise waren es ausgerechnet Bibelfundamentalisten, die der Verschwörungstheorie einen neuen Touch gaben. Wir erwähnten bereits Des Griffin. In Deutschland war es der ehemalige evangelische Pfarrer Wolfgang Borowsky, ein fundamentalistischer Autor, der die „Neojudaisten“ beschuldigte, den Insidern - oder der „One World Bewegung“ - wie er sie nannte (andere Autoren sprechen hier von der „Neuen Weltordnung = NWO“) - in die Hände zu spielen. Sein antisemitisches und rechtsgerichtetes Buch Christus und die Welt des Antichristen (Aglasterhausen  1984) beweist, dass auch bibelfundamentalistische Pfarrer eine Rolle als Brunnenvergifter spielten. Ich hatte einmal (es mögen jetzt an die 20 Jahre her sein), nichts Böses ahnend, das zweifelhafte Vergnügen, einen Vortrag von Borowsky aufzusuchen und war entsetzt über seine Hetztiraden, die vor allem gegen den „Neojudaismus“, wie er es nannte, gerichtet waren. Neojudaismus: Damit meinte er jene Christen, die der Meinung sind, das buchstäbliche Israel sei auch heute noch das Volk Gottes - eine Vorstellung, die im christlichen Fundamentalismus weit verbreitet ist. Einige bibelfundamentalistische Christen verließen entsetzt den Raum, während andere Beifall klatschten - es waren die gleichen, die applaudierten, wenn ein israelfreundlicher Redner einen Vortrag hielt. Anscheinend verstanden sie gar nicht, was sich hier abspielte, bzw. worum es ging. Sie folgten einfach den Worten eines von ihnen eingeladenen Predigers - mehr oder weniger unabhängig von dem, was er sagte. - Beinahe schon ein sektenähnliches Verhalten. 

Ähnlich paradox ist die Tatsache, dass im gleichen Verlag in dem Borowskys Buch erschien - der Bibel- und Schriftenmission Dr. Kurt E. Koch - auch ausgesprochen pro-zionistische Bücher erschienen, vorzugsweise vom Verleger selbst!

Heute wird die Welt-Verschwörungstheorie - wie wir bereits gesehen habe - hauptsächlich von rechtsextremen Autoren verbreitet - und das nicht nur im fundamentalistischen Christentum.  Und auch hier macht man besonders Juden als Initiator für die Verschwörung aus.

Diese Entwicklung war von Gary Allen keineswegs beabsichtigt gewesen, vielmehr zeigte dieser sich entsetzt über solche Behauptungen. Er schreibt: 



„Einige Verschwörungstheoretiker überzeichnen das Bild allerdings selbst, indem sie jedem vertrottelten liberalen Aktivisten und Regierungsbürokraten Verschwörungsabsichten unterstellen. Andere verwenden aus rassistischem oder religiösem Fanatismus heraus jedes zufällige Beweismaterial zur Unterstützung eigener Vorurteile. Dann tauchen Hetzparolen auf wie z.B.: ,Die Verschwörer sind alles Juden, Katholiken und Freimaurer!’“(Allen 1980, S. 13/14)


Diese Passagen hinderten den VAP-Verlag jedoch nicht daran, in den Anhang der 1995er-Ausgabe von Allans Buch - neben anderem christlich-fundamentalistisch-verschwörerischem Material - Auszüge aus Griffins Buch einzufügen, in dem genaue jener rassistische Gedanken genährt werden, die Allan ablehnt!

Kommen wir nun auf Borowsky, den deutschen Gesinnungsgenossen Griffins, zurück. Der zitiert einen gewissen Richard Wurmbrand, der in einem Buch namens „Karl Marx und Satan“ offensichtlich eine ähnliche Ideologie vertrat wie Borowsky selbst. Laut Borowsky schrieb Wurmbrand über Moses Heß, den Gründer des modernen Sozialismus, der auch Freimaurer gewesen sein soll: „Wir können hinzufügen, dass Heß nicht nur die Ursprungsquelle des Marxismus und der Mann war, der versuchte, einen Anti-Gott-Zionismus zu gründen, sondern auch der Vorläufer der Revolutionstheologie, die heute im Weltkirchenrat praktiziert wird, und der neuen Tendenzen im Katholizismus, die von einer ,Erlösung heute’ sprechen. Ein und derselbe Mann, der fast unbekannt ist, war das Sprachrohr dreier satanischer Bewegungen, des Kommunismus, des hasserfüllten Zionismus und der Revolutionstheologie.“ (Borowsky, 1984, S. 14)

Ein weiteres Borowsky-Zitat lautet: 

„Auch Hitler wurde von dieser Clique (Zionismus) finanziert.“ (S. 26)

Die Freimaurerei ist für Borowsky eine satanische Gesellschaft. Einer zweifelhaften christlich-fundamentalistischen Zeitung namens „Topic“ entnimmt Borowsky, dass sich Karl Marx mit 19 Jahren der „Satanskirche der Illuminati“ angeschlossen habe. Seine höheren Weihen habe er durch das Schwert empfangen, „das er mit seinem Blut weihte und das ihm Erfolg versprach.“ Allerdings blieb dieser Erfolg zu seinen Lebzeiten aus. Vielmehr hätte er den Tod von sechs Kindern erlebt und sich ständig in Geldnot befunden. Als Todkranken am Sterbebett soll Marx laut Borowsky zu Luzifer gebetet haben. Das kommunistische Manifest bezeichnet Borowsky als „Antievangelium“. (S. 32)

Borowsky zitiert eine ganze Anzahl von Bewegungen, die der „Weltverschwörung“, oder wie er sie nennt - „One-World-Bewegung“ - angehören sollen, darunter auch einige, die von Allen ebenfalls benannt wurden. (S. 29ff)

Doch Borowsky geht wesentlich weiter. Offensichtlich sieht er Deutschland in einer Opferrolle, denn es schreibt: „Die goldenen Brücken von New York nach Moskau und von Moskau nach New York lasten schwer auf uns.“ (S. 61)

Borowsky schreibt direkt im Anschluss an dieses Zitat, dass nach den Untersuchungen einer amerikanischen Kommission unter russischer Herrschaft 3.350.000 Juden verschwunden seien, die in der Propaganda uns zur Last gelegt würden. „Leichtsinnig und ein Narr ist, wer sich der ,Schutzmacht Amerika’ anvertraut“, schreibt er auf der gleichen Seite.

Ein befremdliches Zitat ist auch das folgende:

 

„Bei aller erfreulichen Annäherung müssen wir sehen, dass im französischen Volke die Furcht vor einem geeinten und daher doch mächtigeren Deutschland groß ist, und zwar unabhängig davon, welch ein verfassungsmäßiges und politisches Gesicht ein geeintes Deutschland trüge. Der ,Plan’, die ,Mitte’ weithin auszuschalten, besteht nach wie vor. Darum haben Deutsche bei aller Rücksichtnahme auf andere Völker, ja gerade auch um der anderen Völker, z.B. um Europas Willen, deutsche Politik zu machen. Bei aller Zusammenarbeit mit Verbündeten sollten wir um den diabolischen Plan der ,Illuminaten’ wissen, mit ,West’ und ,Ost’ die ,Mitte’ danieder zu halten, um dadurch ungehindert die Welt versklaven zu können. In unserer Politik und in unseren Kirchen sollten wir dieses sehr ernst nehmen und in entsprechender Weise vorgehen.“ (S. 62)

 

Hierzu ist anzumerken, dass die mittlerweile erfolgte deutsche Wiedervereinigung Deutschlands nur mit Hilfe von Frankreich, Amerika und auch der ehemaligen Sowjetunion zustande kommen konnte.

„Illuminaten, Freimauer, Marxisten, Zionisten, Bilderberger (nach Allan ein organisatorisches Gegenstück zum CFR auf internationaler Ebene (Allan, S. 126) stehen alle in einer Verschwörung gegen die neutestamentliche Lehre von der Sünde und Erbsünde...“, schreibt Borowsky auf Seite 63.

Ein weiteres nicht weniger befremdliches Statement gibt Borowsky auf Seite 67 seines Buches ab. Dort schreibt er: „Weltkrieg Nummer 2 sollte über die Manipulation der zwischen den deutschen Nationalisten und die politischen Zionisten herrschenden Meinungsverschiedenheiten fabriziert werden,. Daraus sollte sich eine Ausdehung des russischen Einflussbereiches und die Gründung eines Staates Israel in Palästina ergeben. Der dritte Weltkrieg sollte dem Plan zufolge sich aus den Meinungsverschiedenheiten ergeben, die die Illuminaten-Agenten zwischen den Zionisten und den Arabern hervorrufen würden. Es wurde die weltweite Ausdehnung des Konfliktes geplant.“

Zu diesem Thema äußert sich Griffin ähnlich. Er behauptet, dass die 1947 beschlossene Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Teil ungerecht gegenüber den Arabern war, denen dieses Land zustünde. Dabei „vergisst“ er zu erwähnen, dass „Palästina“ genau genommen bereits ein Jahr zuvor schon einmal geteilt worden war, indem der größte, östliche, Teil „Palästinas“ zu einem arabischen Staat namens Jordanien gemacht wurde, den es in der Geschichte zuvor niemals gab. Ebenso gab es niemals einen arabischen Staat Palästina - einen jüdischen Staat Israel gab es dagegen sehr wohl. Gerade angebliche Bibelkenner wie Borowsky und Griffin sollen das eigentlich wissen. Der Begriff „Palästina“ stammt noch aus der Zeit der römischen Besatzung in Israel. Als man die aufständigen Israelis aus dem Land gejagt hatte, strichen die Römer den Begriff Israel und nannten das Land Israel (Eretz Israel) künftig das „Syrien der Philister“ - Palästina, arabisch Filistea. Die Araber übernahmen diesen Namen. 

Borowsky schreibt, wie es aus seiner Sicht wirklich zum zweiten Weltkrieg gekommen ist. Er beschreibt die Kräfte, die angeblich hinter ihm standen. „Ohne Deutschlands Mitschuld zu verkleinern“ (eine Phrase, die angesichts dessen, was danach kommt, lächerlich erscheint, schreibt er weiter) „haben wir zu sehen: Der Mann, der ganz besonders (...) den Zweiten Weltkrieg vorbereitet hatte, war US-Präsident Franklin Delano Roosevelt, dies mit seinen Beratern und hinter ihnen stehenden Mächten. (S. 70)

Dann beruft er sich auf den republikanischen Kongressabgeordneten Hamilton Fish senior und zitiert aus dessen Buch „Der zerbrochene Mythos - F. D. Roosevelts Kriegspolitik 1933-1949“. Fish behauptet, dass er direkt vor dem Beginn des Weltkrieges auf dem interparlamentarischen Kongress in Moskau für eine friedliche Lösung plädiert habe. „Gleich bei der Eröffnung des Interparlamentarischen Kongresses brachte ich den Antrag auf ein 30tägiges Memorandum für eine friedliche Lösung des Danzigs-Problems, einer zu 95% deutschen Stadt ein. Damals wie heute bin ich der Überzeugung, dass der Streit friedlich zu lösen war.“ (Fish nach Borowsky, S. 70)

Borowsky schreibt weiter: „Unterstrichen wird das Verhängnisvolle der Tätigkeit Roosevelts dadurch, dass selbst sein Schwiegersohn Oberst Curtis B. Dall (,Amerikas Kriegspolitik - Roosevelt und seine Hintermänner, Grabert-Verlag, Tübingen, 1975, 284 Seiten’) seine Kriegspläne aufdeckt und dabei auf Seite 121 vom ,großen Einfluss, den die Weltzionistenbewegung auf die amerikanische Außenpolitik ausübte’ spricht, von diesem Thema sagt, dass ,es absichtlich im politischen Raume im Dunklen gehalten wird’ und auf Seite 134 das ,Ablenkungsmanöver’ eines ,Hirn-Trusts’ erwähnt: ,Es diente dazu, die öffentliche Aufmerksamkeit von einigen mächtigen prozionistischen Beratern Roosevelts, die emsig hinter den Kulissen arbeiteten, abzulenken.’“ (Borowsky, S. 71)

Borowsky bekräftigt seine Haltung, indem er schreibt: „Im Blick auf den Zweiten Weltkrieg wird folgender Widerspruch in der Haltung Roosevelts und anderer Alliierter deutlich: Man gab vor, ,um Polens Willen’ in den Krieg zu müssen, lieferte aber nach dem Siege Polen und weitere Länder den Russen und dem Kommunismus aus. Dabei war es verständlich gewesen, dass ein deutsches Gebiet, wie Danzig, zurückkehren wollte, es hingegen nicht zu rechtfertigen war, dass andere Staaten Gebiete, die ihnen weder gehört hatten noch von ihrem Volke bewohnt waren, annektierten - so gerade nach dem Kriege (Russland schon vorher, etwa die baltischen Staaten, um die man sich heute unvergleichlich weniger kümmert als um ,Namibia’, Mittelamerika usw.)“ (S. 71/72)

Eine Erklärung dafür, dass Borowsky so schreibt, mag die Tatsache sein, dass er in Riga, Lettland, geboren wurde und 1939 in den Warthegau umgesiedelt wurde. Nach dreimaligem Kriegeinsatz in Nordafrika (Libyen und Tunesien) befand er sich drei Jahre lang in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Mit Pferden floh er auf den Pachthof seines Vaters in Unterfranken (Borowsky 1984, S. 236). Diese schrecklichen Erlebnisse können allerdings bestenfalls als Erklärung für seine hasserfüllten Ausführungen dienen, keinesfalls aber als Entschuldigung.

Borowsky führt seine These noch weiter aus. Beachtenswert ist die Verdrehung von Täter und Opfer: Auch wenn er eingangs schrieb, dass er die Mitschuld Deutschlands nicht verkleinern wolle, so schreibt er im weiteren Verlauf doch, dass im Prinzip eine jüdische Verschwörung schuld am Zweiten Weltkrieg sei.

Hinzuzufügen ist noch, das die genannten Bücher, aus denen Borowsky zitiert, im Grabert-Verlag in Tübingen erschienen sind. Über diesen Verlag heißt es im Verfassungsschutzbericht Baden-Württemberg 1995 unter der Überschrift 6. Organisationsunabhängige rechtsextremistische Verlage in Baden-Württemberg: „Der in Tübingen ansässige und von Wigbert Grabert geführte „GRABERT-Verlag“ betreibt ein umfangreiches Sortiment rechtsextremistischer Literaur, darunter insbesondere Bücher mit „revisionistischen Inhalten. 1995 wurden die Verlagsräume mehrmals durchsucht und rechtsextremistische Publikationen sichergestellt...“ Wegen des Verdachts wurde aufgrund einer in einem Tochterverlag des GRABERT-Verlages, dem Hohenrain-Verlag, erschienenden Schrift namens ,In Sachen Deutschland: Insiderprotokoll über die Liquidation einer Nation’ Anklage gegen den GRABERT-Verlag wegen Volksverhetzung erhoben.“

Auch eine andere von Borowsky erwähnte Quelle wird in diesem Verfassungsbericht erwähnt: Es handelt sich um die Zeitschrift „Diagnosen“, Leonberg. (Borowsky, S. 18) Hierzu der Verfassungschutz-Bericht: „Das ehemals von Ekkehard Francke-Gricksch im ,Verlag Diagnosen’, Leonberg herausgegebene Monatsmagazin ,Code’ erschien zwischenzeitlich unter dem Titel ,Das andere deutsche Nachrichtenmagazin’ und befasste sich zuletzt mit abstrusen Verschwörungstheorien. Die Zeitschrift wurde inzwischen eingestellt.“

Die Wendung, Borowsky wolle die Mitschuld Hitlers an der Entstehung des Zweiten Weltkrieges nicht bestreiten, taucht an anderer Stelle in seinem Buch wieder auf. Danach folgt aber wieder eine bedenkliche Aussage:

 

„Zum Planen der One-World-Bewegung gehört auch das Lügen über Deutschland und das Mundtodmachen derer, die hier historisch und menschlich wirken wollten. Schon von dorther sollte man gegen die Unterdrückung der Wahrheit sein. Mit ihrer Unterdrückung, unter Gebrauch des Schlagwortes ,Nazismus’ (selbst gegenüber manchem, das sogar antinazistisch ist), will die One-World-Bewegung ihre Ziele verdecken. Wenn die Kirche hier schweigt und das Volk und die Völker allein lässt, unterstützt sie die verhängnisvolle Nivellierungen und indirekt das Ausschalten der Gebote und Ordnungen Gottes. Wo die Kirche zur falschen Buße mit Schweigen über Lügen über uns aufruft, lässt sie nicht nur die im Stich, die wegen ihres Einsatzes für geschichtliche Wahrheit diffamiert und verfolgt wurden, sondern gefährdet auch die gesamte Menschheit und sich selber. Mit der falschen Buße dient sie der antichristlichen One-World-Bewegung, dient sie dem Antichristen.“ (S. 172/173)

 

Interessant ist auch, dass der Autor den Begriff Neonazis relativert, in dem er es in einem Satz in Anführungszeichen stellt. Zitat: „So kann man es auf Veranstaltungen gegen ,Neonazis’ erleben, dass es kaum oder nicht nur gegen ihn geht, sondern auch oder vorwiegend gegen die CDU/CSU.“ (S. 79)

 

Ins gleiche Horn bläst Borowsky, wenn er schreibt:

 

„Es ist bitter, wenn auch Christen, wie die Welt (die Welt steht - grob ausgedrückt - im christlichen Fundamentalismus für die „nicht bewusst gläubig gewordenen Menschen, die Unbekehrten, d. A..) , in Fragen Liebe und Wahrheit ,Ausnahmen’ machen. Im Dritten Reich verweigerten Kirchen und Christen in vielen Fällen Liebe und Wahrheit Juden gegenüber oder schwiegen dazu, dass man ihnen beides verweigerte. Heute verhalten sich Kirchen und Christen weithin solchen gegenüber so, die man als ,Rechtsradikale’, ,Nazis’, ,Faschisten’ und dergleichen bezeichnet.“ (S. 105) oder „Heute sind es die ,Nazis’, die uns als Parias, als Lazarusse vor die Tür gelegt sind, ob wir ihnen auch nur im geringsten zustimmen oder sie ,sympathisch’ finden oder nicht.“ (S.112)

 

Als Borowsky sein Buch verfasste, war er nicht nur Mitglied der „Bürgerinitiative zur Rettung des Deutschen Volkes“, sondern er gehörte auch der Hilfsgemeinschaft „Freiheit für Rudolf Heß“ an. (S. 237). So kann es auch nicht verwundern, dass Borowsky die Nürnberger Prozesse als „höchst einseitig“ bezeichnet und dass er zwei offene Briefe zur Freilassung von Rudolf Hess veröffentlichte, auf die er keine Antworten von der kirchlichen Presse erhielt. „Tritt man für Verfemte nicht mehr ein?“ fragte sich Borowsky. (S. 136ff)

Ganz im Gegensatz zu traditionellen Bibelfundamentalisten schreibt Borowsky: „Zu unserm Gehorsam gehört auch, dass wir die Verheißungen der Bibel ernst nehmen, und nicht etwa sektiererischen Meinungen verfallen, z.B. nicht den Neojudaisten folgen, die in der Endzeit Israel eine beherrschende Rolle zudichten. (...) Gottes Volk sind wir Christen. (S. 208)

Mittlerweile scheint es soweit gekommen zu sein, dass der christliche Fundamentalismus bezüglich seiner Israelpolitik zwei Flügel besitzt: einen prozionistischen, der in Israel immer noch das Volk Gottes sieht und einen antizionistischen - ich möchte beinahe sagen „getarnt antisemitischen“ Flügel, nach dem „die Juden“ an der Weltverschwörung maßgeblich beteiligt sein sollen und im Heilsplan Gottes keine Rolle mehr spielen. Es ist bedenklich, dass viele sich im christlich/fundamentalistischen Dunstkreis bewegende Menschen auf derart offensichtliche Infiltrationen von rechts hereinfallen. Wie wir gehört haben, zitierte Borowsky dubiose Quellen, die eindeutig und nachgewiesenermaßen aus rechtsextremistischen Verlagen stammten.

Menschen, die zu ideologischen viel verheißenden Gruppen stoßen, sind oft labile Persönlichkeiten. Oft sind es orientierungslose Jugendliche. In dieser Ideologie glaubt man nun, sein persönliches Heil gefunden zu haben, und somit ist man auch anfälliger für gefährliches rechtsextremes Gedankengut, das gut getarnt und an die Ideologie angepasst ist. Die Streuer des rechtsextremistischen Gedankenguts wissen um die zahlreichen labilen Persönlichkeiten innerhalb solcher Gruppierungen, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie auch die UFO-Szene und esoterische Strömungen mit ihren rechtsextremen Ansichten zu überschwemmen versuchen - nicht selten mit Erfolg. Das Ergebnis sind heftige ideologische Auseinandersetzungen in den jeweiligen Ideologien (wobei der Begriff Ideologie im Rahmen der UFO-Szene, die in sich schon sehr kontrovers ist, nur z. T. zutreffend ist) und, was noch schlimmer ist: die schleichende Vereinnahmung der Gruppen - und somit der Menschen - durch rechtsextremistische Ideologien.

(1) Nachträgliche Anm.:Zu diesen Übertreibungen gehören möglicherweise auch die Aussagen zu von Jan van Helsing. Nach Durchsicht des Buches "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert muss ich feststellen, dass er zwar kritiklos antisemitische Autoren und aus Machwerke wie "Die Protokolle der Weisen von Zion" zitiert und paraphrasiert,  doch es kann durchaus bezweifelt werden, dass er selbst tatsächlich ein Antsemit ist. Er selbst schreibt: über die von ihm angenommenen Verschwörern: "Doch die Personen, von denen in diesem Buch die Rede ist, sind völlig unabhängig und gehören auch keiner Nation an. Sie sind weder links, noch rechts oder liberal, aber sie beutzen alle Institutationen für ihre Ziele. Sie sind zwar Mitglied in der einen oder anderen Organisation, jedoch nur, um eventuelles nachforschen zu erschwören, unter "zu Nuegierigen Verwirrung zu stigten und diese durch auf eine falsche Fährte zu locken. Sie benutzen die Christen wie die Juden, die Faschisten wie die Kommunisten, die Zionisten wie die Mormonen, die Atheisten wie die Satanisten, die Armen wie die Rechen ...ALLE" (Meppen 1993, S. 18)

Astronomie und Grenzwissenschaften

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